Qualität


Qualität

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Qua|li|tät [kvali'tɛ:t], die; -, -en:
a) [positiv bewertete] Beschaffenheit:
ein Stoff von bester, schlechter Qualität; er achtet auf Qualität; wir wollen die Qualität unserer Produkte immer weiter verbessern.
Syn.: Güte, Niveau.
Zus.: Klangqualität, Lebensqualität, Spitzenqualität, Trinkwasserqualität.
b) bestimmte positiv bewertete Eigenschaft einer Person:
ein Mann mit künstlerischen, menschlichen Qualitäten.

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Qua|li|tät 〈f. 20
1. Art, Beschaffenheit
2. Brauchbarkeit, Güte, Sorte
3. Eigenschaft, Fähigkeit
4. 〈Phon.〉 Vokalfärbung, z. B. e gegenüber o; →a. Quantität
● auch er hat seine \Qualitäten; ausgezeichnete, hervorragende, gute \Qualität; er hat besondere \Qualitäten; beste, mittlere \Qualität; der Kaffee ist von ausgezeichneter \Qualität [<lat. qualitas „Beschaffenheit, Verhältnis, Eigenschaft“; zu qualis „wie beschaffen“]

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Qua|li|tät , die; -, -en [lat. qualitas = Beschaffenheit, Eigenschaft, zu: qualis = wie beschaffen]:
1.
a) (bildungsspr.) Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften (einer Sache, Person); Beschaffenheit:
der Skandal erreichte eine neue Q.;
b) (Sprachwiss.) Klangfarbe eines Lauts (im Unterschied zur Quantität 2 a):
offenes und geschlossenes o sind Laute verschiedener -en;
c) (Textilind.) Material einer bestimmten Art, Beschaffenheit:
eine strapazierfähige Q.
2.
a) (bildungsspr.) [charakteristische] Eigenschaft (einer Sache, Person):
die auffallendste Q. des Bleis ist sein hohes Gewicht;
b) <meist Pl.> gute Eigenschaft (einer Sache, Person):
er hat menschliche -en.
3.
a) Güte (2):
die Q. des Materials;
Waren guter, schlechter, erster Q.;
b) etw. von einer bestimmten Qualität (3 a):
er kauft nur Q. (Hochwertiges).
4. (Schach) derjenige Wert, um den der Wert eines Turmes höher ist als der eines Läufers od. eines Springers:
die Q. gewinnen (einen gegnerischen Turm gegen das Opfer eines Läufers od. Springers schlagen).

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Qualität
 
[lateinisch qualitas »Beschaffenheit«, »Eigenschaft«, zu qualis »wie beschaffen«] die, -/-en,  
 1) allgemein: Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften (einer Person oder Sache), Beschaffenheit, Güte.
 
 2) Philosophie: erkenntnistheoretische Bezeichnung für eine der formallogischen Grundformen des Denkens (Kategorien, Urteile), die für Aristoteles auch die Grundstruktur des Seins bestimmen; ontologisch das System der Eigenschaften, die ein Ding zu dem machen, was es ist, und es von anderen Dingen unterscheiden. Anknüpfend an die auf Aristoteles zurückgehende Unterscheidung zwischen objektiven und subjektiven Qualitäten stellt J. Locke den primären Qualitäten (Raum, Zeit) als Eigenschaften der Dinge selbst die sekundären Qualitäten (Farbe, Geruch, Härte u. a.) gegenüber, die allein die sinnliche Wahrnehmung der Dinge betreffen. Den Qualitäten der Urteile (bejahende, verneinende und »unendliche«) ordnet I. Kant »Realität«, »Negation« und »Limitation« als transzendentale Qualitäten zu. Als »qualitativen Sprung« bezeichnet G. W. F. Hegel im dialektischen Prozess den Umschlag eines quantitativen Geschehens zu einem qualitativ neuen. Dieses Prinzip wurde zu einem Grundbegriff des Marxismus und als ein »universelles Struktur-, Veränderungs- und Entwicklungsgesetz der Natur, der Gesellschaft und des menschlichen Denkens« angesehen.
 
 3) Phonetik: Klangfarbe eines Lautes, unterschiedlich z. B. bei offenen und geschlossenen Vokalen. (Quantität)
 
 4) Wirtschaft: die Beschaffenheit einer Ware (Produktqualität) oder einer Dienstleistung nach ihren Unterscheidungsmerkmalen gegenüber anderen Waren oder Dienstleistungen, nach ihren Vorzügen oder Mängeln. Der Begriff Qualität wird einerseits auf messbare, stofflich-technische Eigenschaften (z. B. Reinheit chemischer Erzeugnisse) angewendet (objektive Qualität). Er bringt zum anderen die Abstufung des Eignungswertes gleichartiger Güter für die Befriedigung bestimmter Bedürfnisse zum Ausdruck und ist insoweit subjektiv bestimmt (subjektive Qualität). Für den Markterfolg ist die relative Qualität entscheidend, d. h. die Qualität im Vergleich zu Konkurrenten. Hilfsmittel zur Qualitätsbeurteilung auch im Sinne eines Preis-Leistungs-Verhältnisses sind u. a. Güte-, Verbands- und Warenzeichen, Handelsklassen, Herkunftsbezeichnung und Warentests. Bei den nach der Gattung gehandelten Waren soll die Qualität von mittlerer Art und Güte sein. Für die gegenseitigen Ansprüche des Käufers und Verkäufers ist die vertragsgemäße Qualität maßgebend.
 
 
J. M. Juran: Hb. der Qualitätsplanung (a. d. Amerikan., 31991);
 W. Geiger: Qualitätslehre (21994).
 

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Qua|li|tät, die; -, -en [lat. qualitas = Beschaffenheit, Eigenschaft, zu: qualis = wie beschaffen]: 1. a) (bildungsspr.) Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften (einer Sache, Person); Beschaffenheit: Dabei erreicht der Fall Afghanistan eine neue Q. (Saarbr. Zeitung 29./30. 12. 79, 2); quantitative Veränderungen führen schließlich zu einer anderen, veränderten Q.; b) (Sprachw.) Klangfarbe eines Lautes (im Unterschied zur Quantität 2 a): offenes und geschlossenes o sind Laute verschiedener -en; c) (Textilind.) Material einer bestimmten Art, Beschaffenheit: eine strapazierfähige Q.; wir verarbeiten nur beste -en. 2. a) (bildungsspr.) [charakteristische] Eigenschaft (einer Sache, Person): die auffallendste Q. des Bleis ist sein hohes Gewicht; Was immer übersehen wird, ist, dass er auch über die Q. der Ironie verfügt (Falter 23, 1983, 17); b) <meist Pl.> gute Eigenschaft (einer Sache, Person): er hat menschliche, moralische -en; er verfügt über alle spielerischen -en eines Regisseurs (Kicker 82, 1981, 28). 3. a) Güte (2): die Q. des Materials; gewiss ist ihm auch die Q. des Buches nicht entgangen (Reich-Ranicki, Th. Mann 158); mangelnde Q. durch Quantität ausgleichen; Waren guter, schlechter, erster Q.; vierzigjährige Eschen, erstklassige Q. (Bieler, Mädchenkrieg 360); der Name des Herstellers bürgt für Q.; in dieser Q. werden Sie zu diesem Preis so schnell nichts anderes finden; b) etw. von einer bestimmten ↑Qualität (3 a): er liefert keine minderen -en; er kauft nur Q. (Hochwertiges). 4. (Schach) derjenige Wert, um den der Wert eines Turmes höher ist als der eines Läufers od. eines Springers: die Q. gewinnen (einen gegnerischen Turm gegen das Opfer eines Läufers od. Springers schlagen).

Universal-Lexikon. 2012.

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